Dein Kind spricht nicht? – Musst du dir Sorgen machen?

Ungefähr um den ersten Geburtstag, erwartet man sie irgendwann, die ersten Worten des eigenen Kindes. Und spätestens wenn das erste „Ma-Ma“ oder „Pa-Pa“ ausgesprochen ist, ist man so stolz, als hätte man gerade barfuß den Mount Everest erklommen. Doch was passiert, wenn dein Kind sehr wenig, sehr undeutlich oder gar nicht spricht? Ab wann musst du dir als Elternteil Sorgen machen? Und ab wann ist eine Unterstützte Kommunikation für dein Kind sinnvoll?

„Mein Kind spricht nicht!“ – Zwei mögliche Szenarien

Vereinfacht gesagt, gibt es zwei mögliche Szenarien warum dein Kind nicht spricht. Das erste Szenario geht davon aus, dass dein Kind eine angeborene oder erworbene Grunderkrankung (z.B. Autismus-Spektrum-Störung) aufweist. Die Zweite nimmt an, dass dein Kinder weder motorische (die Bewegung betreffend) noch kognitive (das Denken, Verstehen oder Wissen betreffend) Defizite besitzt.

Szenario 1: Angeborene und Erworbene Grunderkrankungen
Einige Kinder kommen bereits mit angeborenen Grunderkrankungen auf die Welt, welche entweder sofort oder im Verlaufe der Entwicklung von Medizinern diagnostiziert werden. Je nach Grad und Ausprägung der Erkrankung können diese dazu führen, dass betroffenen Kinder in ihrer Sprachentwicklung aufgrund motorischer oder kognitiver Defizite verzögert sind oder keine Lautsprache erlernen können. Zu diesen gehören u.a.

  • Autismus-Spektrum-Störung u.a. Frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Atypischer Autismus, Sonstige und nicht näher bezeichnete tiefgreifende Entwicklungsstörung
  • Chromosom- und Gendefekte u.a. Mikrodeletionen 22q11.21 und Trisomie 21
  • Angeborene Hirnschädigungen u.a. Infantile Zerebralparese und Tetraparese, -plegie
  • Fortschreitende Erkrankungen u.a. Muskelatrophie und Rett-Syndrom

Neben diesen gibt es auch Erkrankungen, welche im Verlaufe der Entwicklung durch diverse Faktoren (u.a. Trauma durch Unfall) ausgelöst werden können und die Entwicklung der Lautsprache nachhaltig beeinflussen (z.B. erworbene Hirnschädigungen).

Es ist nie zu früh, um mit Unterstützter Kommunikation zu beginnen...
Für die Entwicklung ist es sinnvoll, möglichst früh viele Anregungen zur Kommunikation zu bekommen und verschiedene Kommunikationswege kennenzulernen. (Gesellschaft für unterstützte Kommunikation e. V.)

Vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch und erfahren Sie wie verschiedene Hilfsmittel Ihrem Kind helfen können:

KOSTENLOSE BERATUNG

Egal ob angeborene oder erworbene Erkrankung, sobald die Entwicklung der Lautsprache aufgrund motorischer oder kognitiver Defizite eingeschränkt ist, lohnt es sich, über eine Unterstützte Kommunikation für dein Kind nachzudenken. Ob und welche Kommunikationsstrategie bzw. welches technisches Hilfsmittel sich ggf. für dein Kind eigenen würde, kannst du jederzeit in einem kostenlosen Beratungsgespräch mit uns besprechen.

Szenario 2: Kinder ohne motorische und kognitive Auffälligkeiten
Die Entwicklung der Lautsprache läuft bei Kindern stets individuell ab. Jedoch gibt es einige grobe Anhaltspunkte, an denen du dich als Elternteil orientieren kannst. Ab ca. dem ersten Geburtstag erlangen die meisten Kinder das sogenannte Ein-Wort-Stadium. Sie beginnen einzelne einfache Worte zu bilden (z.B. „Mama“ und „Papa“). Ab Mitte bis Ende des zweiten Lebensjahrs explodiert der Wortschatz deines Kindes im wahrsten Sinne des Wortes und wächst von ca. 75 auf 300 Wörter1 an – Tendenz steigend. Kinder beginnen bereits Zwei-Wort- und Fragesätze zu bilden, in welchen sie Substantive und Verben (Tätigkeitswörter) bereits in der richtigen Reihenfolge aneinanderreihen (z.B. „Will Auto.“). Erst mit etwa vier Jahren beherrschen Kinder dann auch die grammatischen Grundlagen (z.B. „Ben hat Hunger.“) und können schließlich mit sechs Jahren Wörter zu Silben zerlegen, Reime bilden und lange Geschichten nacherzählen. 1 Die Zahlen variieren je nach Literatur stark.

Wenn du dir diese Entwicklungsschritte vor Augen hältst, bieten dir folgende Faktoren einen Anhaltspunkt, ob du dir Sorgen machen solltest, wenn dein Kind ab drei Jahren folgende Auffälligkeiten aufweist:

  • Dein Kind spricht nicht.
  • Dein Kind spricht sehr wenig.
    Vorsicht! Es gibt auch sogenannte Late-Talker („Späte Sprecher“), welche erst spät mit der Entwicklung der Lautsprache beginnen. Hier gilt es zu differenzieren, ob eine logopädische Betreuung oder die Versorgung mit einer Unterstützten Kommunikation benötigt wird. Solltest du dir nicht sicher sein, kontaktiere uns gern via E-Mail oder Telefon.
  • Dein Kind spricht sehr undeutlich.
    Vorsicht! Zur undeutlichen Sprache gehört nicht die Differenzierung diverser Laute wie u.a. „s“-„sch“. Diese können auch im fortgeschrittenen Kindesalter problematisch sein. Auch hier gilt es wieder zu differenzieren. „Sehr undeutlich“ ist im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen. Das heißt du verstehst dein Kind aufgrund seiner Aussprache kaum oder gar nicht.  
  • Dein Kind spricht in einer Fantasiesprache.

Insgesamt solltest du dir immer folgende Fragen vor Augen führen: „Kann mein Kind kommunizieren?“ (Quantität) und „Wie kann mein Kind kommunizieren?“ (Qualität). Stimmen Qualität und Quantität? Und was sagt dein Bauchgefühl? Wenn du eine der oben aufgeführten vier Aussagen mit einem Häkchen versehen kannst, lohnt es sich noch einmal in die Abklärung zu gehen, welche Intervention für dein Kind geeignet ist. Für Rückfragen stehen wir gern via Telefon oder E-Mail zur Verfügung. Gern kannst du auch eine kostenlose Erstberatung vereinbaren.

Sie haben ein betroffenes Kind oder interessieren sich für den Bereich KinderUK?

Vereinbaren Sie jetzt eine kostenlose Erstberatung und unsere Expertin Katja Roy setzt sich direkt mit Ihnen in Verbindung. Wenn Sie sich für weitere Informationen zum Thema Unterstützte Kommunikation für Kinder interessieren, folgen Sie unserem Podcast „kinder.uk – Unterstützte Kommunikation für Kinder“ auf Spotify oder iTunes, oder besuchen Sie uns auf Instagram unter @benlerntgebaerden. Wenn sie noch mehr Gebärden für Kinder lernen wollen, melden Sie sich direkt für unseren kostenlosen Gebärdenkurs an!

Es ist nie zu früh, um mit Unterstützter Kommunikation zu beginnen...
Für die Entwicklung ist es sinnvoll, möglichst früh viele Anregungen zur Kommunikation zu bekommen und verschiedene Kommunikationswege kennenzulernen. (Gesellschaft für unterstützte Kommunikation e. V.)

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